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Libanesische Immigranten in Ghana

Selbstwahrnehmungen und Rollenzuschreibungen in autobiographischen Schriften

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Charlotte Brigitte Looss

Die Informationslage über die libanesische Minderheit in Ghana ist spärlich. Es soll sich um «lauter Angehörige eines Drogenkartells» handeln. Vor diesem Hintergrund geht diese Arbeit der Frage nach den Lebensbedingungen, den wirtschaftlichen Aktivitäten und dem politischen Engagement jener Minorität aus Nahost nach. Auf der Grundlage von Forschungen in Ghana und dem Libanon entsteht dabei das Bild einer Händlergruppe fremder Herkunft, die sich in wirtschaftlich oder politisch rezessiven Zeiten massiven Ressentiments ausgesetzt sieht. Kern der Arbeit bilden drei autobiographische Schriften. Deren nuancierte Analyse legt den Einfluß dar, den die libanesische Herkunftsgesellschaft auf ihre westafrikanischen Migranten ausübt. Es wird deutlich, daß zur Erfassung dieser Minderheit andere Paradigmen anzusetzen sind, als die bisher unter dem Terminus «Wirtschaftselite» subsumierten Attribute es nahelegen.
Aus dem Inhalt: Die libanesische Diaspora in Westafrika - Zeitpunkt und Auswirkungen der Immigration - Konsequenzen für die einheimische Bevölkerung - Europäische Wirtschaftsinteressen - Ursachen für den wirtschaftlichen Erfolg der Libanesen - Die aktuelle wirtschaftliche Bedeutung der libanesischen Community in Ghana - Die arabische Autobiographie als Gattung - Probleme bei der Interpretation arabischer Autobiographien.