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Literarisierung als Aneignung von Alterität

Theorie und Praxis einer literaturdidaktischen Konzeption zur Leseförderung im Sekundarbereich

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Klaus Maiwald

In der Medienpraxis Jugendlicher droht die Lektüre komplexerer Literatur zu verschwinden. Mehr denn je sind privates und schulisches Lesen streng getrennt, bleibt der Literaturunterricht als Instanz der Leseförderung weitgehend folgenlos. Die Arbeit geht den Fragen nach, warum Deutschunterricht jenseits von Moralbelehrung oder Literaturkunde zu differenziertem und dauerhaftem Lesen anregen soll und wie er dies kann. In der Abgrenzung von gängigen Unterrichtsmustern und didaktischen Konzeptionen wird ein Modell entworfen, welches Rezeption und Text in der Kategorie der Alterität vermittelt. Kernstück eines literarisierenden Unterrichts ist die literarische Diskrepanzerfahrung, in der die Schüler(innen) behutsam ihre Kompetenzen zur Aneignung schwieriger Texte erweitern. Die Wirksamkeit der Konzeption wird in einer Unterrichtssequenz über Irina Korschunows Die Sache mit Christoph und Friedrich Torbergs Der Schüler Gerber erwiesen.
Aus dem Inhalt: Empirische Befunde zum Leseverhalten Jugendlicher - Anthropologische und didaktische Begründungen des Lesens - Modell literarischer Rezeptionsprozesse - Kritisches Referat literaturdidaktischer Konzeptionen - Dokumentation einer unterrichtspraktischen Fallstudie - Skizze einer umfassenden Neuorientierung des Literaturunterrichts.