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Christi Königreich vnd Seelengejaidt

Nachdruck

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Aegidius Albertinus (1560-1620), einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Gegenreformation, hat neben freien Übersetzungen - meist aus dem Spanischen - mehrere Werke für die religiöse Erbauung seiner Zeitgenossen verfasst, die sich nicht eng an Vorlagen halten. Obwohl die Annahme, dass er Jesuitenschüler war, wahrscheinlich falsch ist, wird er mit dem neuen Orden in München Verbindungen gehabt haben, die ihn beeinflussten, mit «Lucifers Königreich vnd Seelengejaidt» und «Christi Königreich vnd Seelengejaidt», von dem hier ein Nachdruck vorgelegt wird, die Kontemplationsmethode des Heiligen Ignatius von Loyola weiterzuführen. Während im ersten Werk der Weg zur Hölle vor uns abgesteckt wird, soll das zweite die Heilmittel gegen das Abgleiten auf dieser Bahn aufzeigen. Albertinus scheint dem Mittelalter weniger verbunden zu sein, als bisher angenommen wurde. Seine zum Teil recht kühnen allegorischen Weiterführungen der griechisch-römischen Mythologie und Geschichte machen ihn zu einem Barockautor, dessen Stil von der neuen Gelehrsamkeit der Renaissance mitgeprägt wurde.
In der Einleitung untersucht Rainulf A. Stelzmann die literarische und theologische Struktur des Werkes und wirft neues Licht auf die Biographie des Autors.