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«Da konnt' ich mich dann so'n bißchen entfalten»

Die Volkssolidarität in der SBZ/DDR 1945-1969

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Philipp Springer

Seit Mitte der fünfziger Jahre hatte die Volkssolidarität, die 1945 zunächst als Kampagne gegen Nachkriegsnot gegründet worden war, im bislang wenig untersuchten System der Massenorganisationen ihren festen Platz. «Transmissionsriemen» der SED zu den alten Menschen sollte sie sein. Doch reicht diese von der Partei und von der westdeutschen Forschung gleichermaßen gepflegte Vorstellung zur Beschreibung der Realität nicht aus. Die gesellschaftsgeschichtliche Untersuchung, die auf erstmals ausgewerteten Archivbeständen, aber auch auf Gesprächen mit Mitgliedern nach Methoden der Oral History basiert, zeigt, daß sich die Bedeutung der mitgliederstarken Volkssolidarität nicht in dieser Funktion erschöpfte. Von Konflikten mit den Kirchen bis zur Sozialpolitik, von der Frauenerwerbstätigkeit bis zu Kontinuitäten aus der Zeit vor 1945 erstreckt sich deshalb die Spannweite der Themen in der Geschichte der Organisation.
Aus dem Inhalt: Überblick über die Organisationsgeschichte - SED und Volkssolidarität - Über den sozialpolitischen Legitimitätsanspruch und die alten Menschen - Volkssolidarität und Wirtschaftspolitik in der Nachkriegszeit - Die Bedeutung der Volkssolidarität für die Erwerbstätigkeit der Frau - Traditionen aus der Arbeiterbewegung, Kontinuitäten aus dem Nationalsozialismus und das bürgerliche Milieu - Die Beziehung zu den Kirchen - Ambivalenzen in der Geschichte der Volkssolidarität.