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Analyse der Stilentwicklung in politischen Diskursen während der Französischen Revolution (1789-1794)

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Peter Krause-Tastet

1789 begann in Frankreich der Parlamentarismus; die Abgeordneten suchten nach dem für eine überzeugende Argumentation am besten geeigneten Stil. Die traditionelle Dichotomie der Stile war noch maßgeblich für die Rhetorik im 18. Jahrhundert gewesen, die Aufklärung hatte jedoch zu scharfer Kritik an der éloquence geführt. Auch das republikanische Stilideal sollte schlicht und sachlich sein. Analysiert werden von Mirabeau, Danton, Robespierre, Vergniaud, Barère, Saint-Just sowie députés der Constituante und Convention bis zum Ende der Terreur gehaltene Reden. Sie repräsentieren unterschiedliche Stilrichtungen und enthalten Stilkritik. Differenziert werden die individuellen Stile durch die exakte Bestimmung aller vorkommenden Tropen und Figuren (unter Einbeziehung von Schlüsselbegriffen). Die orateurs setzten sich mit der Stildichotomie auseinander, aber nicht in der Terminologie theoretischer Schriften (wie style d'analyse, style d'images). Nachgewiesen werden ihre Formulierungen für die propagierte austérité oder sévérite und die abgelehnten déclamations.
Aus dem Inhalt: Forschungsbericht - Die Definition des Stilbegriffs - Die Dichotomie der Stile - Exemplarische Vertreter der dichotomischen Stile - Die Stilrichtungen in der Convention nationale - Distanzierung, Kritik, Polemik, Provokation - Die Bedeutung der dichotomischen Stile für den Erfolg der Strategien - Die Stilrichtungen der politischen Gruppierungen - Das neue Stilideal.