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«Social Competence» als gesellschaftlicher Imperativ

Eine Untersuchung zu Grundlagen, Prägung und Bedeutung interpersonaler Fertigkeiten in der nordamerikanischen Kultur

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Daniela Ptok

Innerhalb der kulturellen Eigenheiten einer Nation nimmt die Art und Weise der sozialen Kommunikation einen wichtigen Platz ein. Diese Arbeit analysiert die Entwicklung und die spezifische Qualität amerikanischer Interaktionsformen von der Kolonisation bis ins späte 20. Jahrhundert, wobei sich die Diskussion im wesentlichen auf die amerikanische Kerngesellschaft konzentriert. Die Erörterung mündet in einer Theorieposition, die unverbindliche Beziehungen sowohl als kulturelle Konstante des amerikanischen Alltags als auch als Conditio sine qua non des Erfolgsstrebens festlegt. Der theoretische Ansatz wurde mittels eines Interviewprojekts mit amerikanischen Studenten überprüft, wobei die Ergebnisse eine starke Diskrepanz zwischen erwünschtem und tatsächlich er- und gelebtem Kommunikationsverhalten aufzeigten. Der Wunsch, sich in sozialen Beziehungen von ethischen Wertvorstellungen leiten zu lassen, und das gleichzeitige Bekenntnis zu pragmatisch motivierter Interaktion offenbaren dabei eine grundlegende Zwiespältigkeit amerikanischer Identität.
Aus dem Inhalt: Diachronischer Überblick über die Entwicklung spezifisch amerikanischer Interaktionsformen - Analyse der Erforschung sozialer Kompetenz - Theorieansatz und Hypothesenbildung zu den möglichen Folgen stark leistungsbezogener Kommunikation - Ergebnisse einer empirischen Erhebung über Interaktionsstrukturen im amerikanischen Alltag.