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Barabas' Enkel

Juden-Bilder in der englischen Literatur bis zur Moderne

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Manfred Schumacher

Die Figur des Juden wurde von der christlichen Gesellschaft als stete Provokation wahrgenommen, auf welche die Menschen in den unterschiedlichen europäischen Ländern mit Haltungen reagierten, die von verhohlener Abneigung über unverhohlene Aversion bis hin zu offenem Haß reichten. Diese Reaktionen wurden hauptsächlich religiös begründet: Juden repräsentierten die eigentlich durch die christliche Wahrheit obsolet geglaubte Vorgängerreligion und schienen allein schon durch ihre Existenz die Heilsgewißheit der Christen zu gefährden; aus diesem Grund wurden sie als die schwärenden Stachel im Fleisch des Christentums perzipiert. Eine andere Ursache war, daß man den Juden stets als wirtschaftlichen Konkurrenten sah. Mit dem Aufkommen der Rassentheorien im 19. Jahrhundert wurde der jüdische Bürger zur Zielscheibe ethnischer Diskriminierung, auf den sich zugleich das Unbehagen an der Modernität bezog.
Vor diesem Hintergrund betrachtet das Buch die Figur des Juden in der englischen Literatur, wobei insbesondere die Literatur des 19. Jahrhunderts akzentuiert wird.
Aus dem Inhalt: Der Jude in der englischen Literatur und Gesellschaft über die Jahrhunderte – Christentum und Judentum in Europa im Mittelalter und in der Neuzeit – Außenseiter und Fremde am Beispiel des Juden – Der Fremde in der Welt und die Ästhetik des Fremden.