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Die Zerbrechlichkeit der Körper

Zu den Georg-Büchner-Preisreden von Heiner Müller und Durs Grünbein

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Alexa Hennemann

Es gehört zu den Vorgaben des Georg-Büchner-Preises, daß die Preisträger zu Büchner Stellung beziehen und damit gleichzeitig ihre poetologische Position verdeutlichen. Der Vergleich der beiden Reden von Heiner Müller und Durs Grünbein gibt Aufschluß über den Generationswechsel, der zwischen den Dichtern stattgefunden hat.
Müller rekurriert in seiner Rede «Die Wunde Woyzeck» (1985) vornehmlich auf das Drama «Woyzeck», während Grünbein in «Den Körper zerbrechen» (1995) auf die Probevorlesung «über Schädelnerven» eingeht. Die Theorie der Transtextualität von Gérard Genette dient dazu, die zahlreichen transtextuellen Phänomene der Preisreden zu entschlüsseln. Anhand der Konzeptionen des ästhetischen Fragments werden poetologische Unterschiede diskutiert. Abschließend zeigt die Autorin, inwieweit die Form des Fragments und die in beiden Reden entfaltete Metapher «Maschine und Körper» eine utopische Qualität aufweisen.
Aus dem Inhalt: Transtextualität nach Gérard Genette – «Die Wunde Woyzeck» als Hypertext des Fragments «Woyzeck» – Die Metapher «Woyzeck» – «Den Körper zerbrechen» als Metatext der Probevorlesung «über Schädelnerven» – Physiologie in der Dichtung – Autopsie als poetisches Verfahren – Körper und Utopie.