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Ignaz Schwörer (1800-1860)

Freiburger Geburtshelfer zwischen Romantik und Positivismus- Ein Beitrag zur Geschichte der medizinischen Ethik im 19. Jahrhundert

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Eva Caroline Jagella

Ignaz Schwörer (1800-1860), über eine Generation hinweg Freiburgs erster Ordinarius für Geburtshilfe, entwarf 1831 in seiner Geburtskunde im ganzen Umfange eine geburtshilfliche Ethik, die auf einer Synthese von romantischer Naturforschung und Positivismus beruhte. Das hier gezeichnete betont empathische Frauenbild entsteht vor dem Hintergrund einer Epoche – in der Medizinhistoriographie als Biedermeiermedizin bezeichnet – in der Weichen zum heutigen medizinischen Denken gestellt wurden. Politik, Wissenschaftsverständnis und Frauenheilkunde in Leben und Werk eines lokal bedeutsamen Universitätslehrers bilden den Gegenstand dieser Studie zu der Frage, wie in ideengeschichtlichen Übergangszeiten individuelle Bewertungen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse Bedeutung erlangen.
Aus dem Inhalt: Die physiologisch-psychologische Skizze des Weibes im Kontext der Geschichte der Gynäkologie – Practische Geburtshülfe im Europa des 19. Jahrhunderts – Badisches Hebammenwesen und Staatsinteressen – Freiburger Biedermeier und Badische Revolution – Stromeyers Eintritt in die Fakultät und Anbruch einer neuen Zeit – Die Freiburger Fakultät und die Naturphilosophie der Romantik – Naturhistorische Schule: Schönlein und Schwörer.