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Theodorus victor

Theodor Fontane, der Schriftsteller des 19. am Ende des 20. Jahrhunderts- Eine Sammlung von Beiträgen

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Roland Berbig

Anlaß für diese Sammlung von Beiträgen war Fontanes 100. Todestag im Jahr 1998. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die seit Jahren in der Fontane-Forschung namhaft sind, haben sich in diesem Band zu einer Besichtigung von Leben und Werk dieses bedeutenden Schriftstellers zusammengefunden. Der Blick, den sie auf den großen Dichter und scharfen Kritiker Preußens werfen, ist geprägt von dem Ende des 20. Jahrhunderts. Deutlich wird der Rang, den Fontane nach wie vor beanspruchen darf und der immer wieder Bestätigung findet. Längst wird aber auch um die problematischen, ja heiklen Seiten seiner Biographie und seines Werkes kein Bogen mehr geschlagen. Dafür liefern die Beiträge profunde Beispiele: von Fontanes «Bildungsmisere» über seinen schweren Weg zum «etablirten deutschen Schriftsteller», der sich mühsam aus den konservativen Bindungen löste, bis hin zu den «Familientragödien», die dem geschulten Blick nicht entgehen. Die Beiträge schreiten diesen Weg ab und lassen dabei den Erzähler der feinen Unterschiede ebenso wenig außer acht wie den Wanderer, der im Land Brandenburg die märkischen Musenhöfe entdeckte.
Aus dem Inhalt: Peter Wruck: Bildungsmisere? Die atypische literarische Sozialisation des Schriftstellers Fontane in ihren bildungsgeschichtlichen Zusammenhängen - Hugo Aust: Fontanes Lektürewerk - eine einflußgeschichtliche Skizze - Günter de Bruyn: Märkische Musenhöfe oder Anmerkungen zu einem von Fontane nicht ausgeführten Kapitel der Wanderungen durch die Mark Brandenburg - Hubertus Fischer: Ein «etablierteør! deutscheør! Schriftsteller»? Fontane in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts - Roland Berbig: «aber zuletzt - ø...! - schreibt man doch sich selber zu Liebe». Mediale Textprozesse. Theodor Fontanes Romanerstling Vor dem Sturm - Eda Sagarra: Vorurteil im Fontaneschen Erzählwerk. Zur Frage der falschen Optik in Cécile - Christine Hehle: «Ich steh und falle mit Gieshübler.» Die Verführung der Effi Briest - Klaus R. Scherpe: Allerlei Fontane. Erlebnisgesellschaft im Fontane-Roman - Norbert Mecklenburg: Fontanes Erzählkunst der feinen Unterschiede - Regina Dieterle: Im Banne des Vaters. Die Fontanesche Familientragödie - Christian Grawe: «Mit 78 ist man ein unsicherer Passagier». Theodor Fontanes letztes Lebensjahr - an der Schwelle zum 20. Jahrhundert - Gotthard Erler: «Tüchtig gelobt und mäßig gekauft». Gibt es noch Neues vom alten Fontane? Ein editionspraktischer Exkurs - Helmuth Nürnberger: «Theodorus victor» - ein Schriftstellerleben.