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David Hume und die Dissertation von 1770

Eine Untersuchung zur Entwicklungsgeschichte der Philosophie Immanuel Kants

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Wolfgang Ertl

Die Frage nach dem Einfluß, den David Hume auf die Entwicklung der Philosophie Immanuel Kants ausgeübt hat, ist seit geraumer Zeit Gegenstand intensiver Debatten in der Forschung. Dieses Buch greift eine jüngst vertretene These auf, wonach es die von Hume stammende Vorstellung der Geltung und Wirksamkeit gegenläufiger Gesetze im menschlichen Erkenntnisvermögen gewesen sei, die Kants «dogmatischen Schlummer zuerst unterbrach». Gezeigt wird, daß Kants Inauguraldissertation aus dem Jahr 1770 in weiten Teilen als Versuch zu begreifen ist, der aufzeigen sollte, daß eine solche Antinomie de facto nicht besteht.
Im Zentrum dieses Lösungsversuchs steht dabei zum einen die Unterscheidung einer phänomenalen und einer noumenalen Welt, zum anderen die Lehre des sogenannten realen Verstandesgebrauchs, der uns Erkenntnisse über die Struktur der noumenalen Welt liefern soll. Allerdings blockierte diese Strategie die Lösung des Problems menschlicher Freiheit, so daß sie letztlich aufgegeben werden mußte.
Die Frage nach dem Objektbezug der reinen Verstandesbegriffe, eines der zentralen Probleme der Kritik der reinen Vernunft, erwuchs aus diesem gescheiterten Lösungsansatz.
Aus dem Inhalt: Kants Selbstzeugnisse zur Entstehung der ersten Kritik - Kritischer Forschungsbericht - Die Dissertation und die Problemkonstellation der siebziger Jahre - Personen- und Sachregister.