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Der Skandal in Dostoevskijs Poetik

Am Beispiel des Romans «Die Dämonen»

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Anja Otto

Eskalationen bis zur Überschreitung von Grenzen und die spannungsreiche Konfrontation von Gegensätzen sind wesentliche Merkmale von Dostoevskijs Weltmodellierung, die sich auf die Grundstruktur des Skandals zurückführen lassen. Die Untersuchung zeigt die zentrale Bedeutung des Skandals für den Handlungsaufbau, die charakterologische Profilierung der Figuren und die textimmanente Axiologie anhand einer detaillierten Analyse des Romans Die Dämonen, die durch zahlreiche Vergleiche mit anderen Texten Dostoevskijs ergänzt wird. Unter Einbeziehung von Arbeiten der sowjetischen Kultursemiotik und in kritischer Auseinandersetzung mit Michail Bachtins Dostoevskij-Lektüre wird der Semantik des Lachens, des Gottesnarrentums und der Theatralisierung bei Dostoevskij ebenso nachgegangen wie den Strategien der Provokation und Verführung, die im Text auf verschiedenen narrativen Ebenen inszeniert werden. Der Akzent liegt dabei auf solchen Aspekten, die in Michail Bachtins Konzept des vielstimmigen, pluralistischen Kunstwerks ausgeblendet werden.
Aus dem Inhalt: Der Text als Ärgernis – Aspekte des Skandals: Falle - Verführung - Ereignis – Die Ebenen der Skandalinszenierung – Skandal und Karneval – Die (Selbst-) Inszenierungen der fiktiven Figuren – Die Inszenierung des Erzählers – Profanierungen und Blasphemien – Das Lachen – Die Beichte als Provokation – Die Provokation als Grenzsuche.