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Jugendlektüre zwischen interkultureller Information und entpolitisierter Unterhaltung

Übersetzungen sowjetischer Kinder- und Jugendliteratur in der Bundesrepublik Deutschland 1945 bis 1989

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Iris C. Seemann

Übersetzungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur werden in der Bundesrepublik Deutschland vornehmlich aufgrund marktwirtschaftlicher Überlegungen publiziert. Die Thematik eines übersetzten Kinder- und Jugendbuchs darf den Adressaten nicht so fremd sein, dass sie nicht verstanden oder sogar abgelehnt wird. Diese Voraussetzung galt insbesondere für sowjetrussische Kinder- und Jugendbücher von 1945 bis 1989.
Es wird dargestellt, welche sowjetischen Autorinnen und Autoren und welche ihrer Bücher die Verlage zu welchem Zeitpunkt für übersetzungswürdig hielten. Bei der Analyse der Übersetzungen zeigt sich, ob Bücher mit nationalkulturellen und politischen Besonderheiten der UdSSR ausgesucht wurden und diese bei der Übersetzung erhalten blieben oder ob sie durch Auslassungen oder kulturelle Adaption verloren gegangen sind. Neben literaturgeschichtlichen, übersetzungswissenschaftlichen und kulturellen Fragestellungen geht es folglich um den Einfluss politischer Entwicklungen auf die Auswahl und die Übersetzung.
Im Anhang finden sich Inhaltszusammenfassungen der besprochenen Werke und Biografien der sowjetischen Autorinnen und Autoren.
Aus dem Inhalt: Der Zeitabschnitt von 1945 bis 1989 lässt sich in sechs historische Phasen einteilen. Dabei fällt auf, dass sich der politische Wechsel von Zeiten größerer Annäherung und auftretender Divergenzen zwischen der UdSSR und der Bundesrepublik Deutschland in der inhaltlichen Auswahl und der jeweiligen Anzahl der Übersetzungen sowie im Umgang der Übersetzer mit dem Text widerspiegelt.