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Der Teutschen Weissheit

Der Teutschen Weissheit (1604/05)

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Wiederholt hat man das 16. und 17. Jahrhundert zum goldenen Zeitalter des Sprichworts erklärt. Die offensichtliche Vorliebe und Begeisterung für das volkssprachliche Sprichwort haben zu wichtigen deutschsprachigen Sammlungen geführt. Die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts reichhaltigste Sprichwörtersammlung war die von Friedrich Petri (1549-1617).
In unermüdlicher Sammeltätigkeit hat der als Konrektor und Pastor in Braunschweig tätige Petri 21'643 Sprichwörter zusammengestellt und somit die erste deutschsprachige Massensammlung des umfangreichen Sprichwörterschatzes dieser Zeit geschaffen. Wenn Petri auch bewusst die sprichwörtlichen Redensarten ausgeschlossen hat, so finden sich unter den Sprichwörtern doch auch eine Menge Bauern- und Wetterregeln, Spottreime, Schimpfworte und Priameln. Die Sprichwörter sind alphabetisch nach Anfangsbuchstaben geordnet. Erläuterungen sind nur manchmal mit wenigen Worten hinzugefügt worden, denn längere Auslegungen hätten das ohnehin schon 528 Blätter starke Werk ins Masslose anschwellen lassen.
Obwohl die Sammlung 1604/05 in Hamburg erschien, ist sie erst im vorigen Jahrhundert «wiederentdeckt» worden. Lange Zeit blieb diese reichhaltigste und wertvollste Sammlung auch eine der seltensten und unbekanntesten. Hier liegen in einer wohlgeordneten Sammlung die Sprichwörter vor, die in der sogenannten Mittleren Deutschen Literatur eine so wichtige Rolle spielen.
Der Herausgeber hat dem Text eine Einführung vorangestellt, die eine Biographie und Bibliographie über Friedrich Petri, eine Würdigung der Sammlung sowie eine Analyse des Sprichwörtergebrauchs zu dieser Zeit enthält.