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Widerstände in Lehr-Lern-Prozessen

Eine explorative Studie zur pädagogischen Weiterbildung von Lehrkräften

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Thomas Häcker

Die Tatsache, daß Lernende auf Lernanforderungen und Lernangebote mit Ablehnung, Zurückweisung, Abwehr und Unengagiertheit, d.h. mit Widerstand reagieren, gehört zu den alltäglichen Erfahrungen von Lehrenden in allen Bereichen. Lernende widersetzen sich Lehrbemühungen mitunter massiv. Dennoch stellen Widerstände in Lehr-Lern-Prozessen einen weitgehend blinden Fleck erziehungswissenschaftlicher Forschung dar. Die Arbeit fragt daher nach Hintergründen und Ursachen für solche Widerstände und läßt dabei die bislang vernachlässigten «widerständigen» Subjekte zu Wort kommen. Sie untersucht hierzu exemplarisch ein Dozententraining zur pädagogischen Weiterbildung von Lehrkräften. Es zeigt sich dabei, daß Lernende nicht nur gute Gründe brauchen, um überhaupt zu lernen, sondern auch, daß es subjektiv gute Gründe geben kann, nicht zu lernen. In welchem Maße Lehrende die Zurückweisung ihrer Lernangebote als Widerstand wahrnehmen, hängt indes von den Vorstellungen ab, die sie über das Lernen entwickelt haben. Eine widerstandsbewußte Gestaltung von Lehr-Lern-Settings setzt Umdenkprozesse bezüglich traditioneller Lernkonzepte voraus und stellt hohe Anforderungen an die personale Kompetenz von Lehrenden.
Aus dem Inhalt: Widerstand als Paradoxon und als blinder Fleck der Erziehungswissenschaft - Widerstand als Ausdruck von Subjektivität im Bildungsprozeß - Zur Dialektik von Anpassung und Widerstand - Strukturelle und personale Widerstandsgeneratoren - Widerstände als emotional fundierte Phänomene - Umgang mit dem Widerstand - Widerstand als Lernanlaß.