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Der Demos als Tyrann und Banause

Aspekte antidemokratischer Polemik im Athen des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.

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Thomas Morawetz

Für antidemokratische attische Eliten war es überraschend schwierig, den ungeliebten Demos als Träger der Demokratie wirkungsvoll zu diskreditieren. Diese Arbeit will einen konsequenten Wandel demokratiefeindlicher Polemik vom 5. zum 4. Jahrhundert nachzeichnen. Hatten im 5. Jahrhundert die Kritiker noch den Politikstil des gesamten Demos im Visier, kümmerten sie sich im 4. Jahrhundert immer eingehender um den privaten Lebensstil der Einzelbürger. Dies wird hier zum einen anhand der Entwicklung des Banausenkonzepts beschrieben, zum anderen durch die Geschichte einer heute bestens bekannten Sprachformel: Die «Freiheit, zu machen, was man will» ist damals nach Quellenlage zum ersten Mal in den Diskurs geraten und sollte zunächst den Demos als Tyrannen disqualifizieren.
Aus dem Inhalt: Der Banause als Kategorie bürgerlicher Untauglichkeit – Die «Freiheit, zu machen, was man will»: zur Geschichte einer frühen antidemokratischen Polemikoffensive im 5. Jahrhundert – Die «Freiheit, zu machen, was man will» im 4. Jahrhundert: Willkür und Laissez-faire.