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Wehemütter

Amtshebammen, Accoucheure und die Akademisierung der Geburtshilfe im kurfürstlichen Mainz, 1550-1800

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Claudia Fischer-Hilpert

Die Geschichte der Hebamme bildet seit einigen Jahren ein vielbeachtetes Thema in der modernen medizinischen Sozialgeschichte wie auch der Frauenforschung. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die bislang ungenügend untersuchte Periode des «Hebammenamtes», die auf die frühere solidarische Hilfe unter Frauen folgt und dann im Zuge der Akademisierung der Geburtshilfe vom traditionalen Hebammenberuf abgelöst wird. Im stets mitskizzierten Rahmen allgemeiner Entwicklungen wird anhand von verschiedenartigsten Quellen des 16. bis 18. Jahrhunderts der Aufstieg und Niedergang der Mainzer Amtshebamme so realitätsnah wie möglich vor Augen geführt. Zum ersten Mal werden die disparaten Aspekte, die andere Arbeiten zum «Phänomen Hebamme» aufzeigen, am Beispiel Mainz zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengefaßt, das in vielen Punkten auf andere Regionen und Städte übertragen werden kann.
Aus dem Inhalt: Das Idealbild einer Hebamme seit der Antike – Hebammendienste als solidarische Hilfe unter Frauen im Mittelalter – Das Hebammenamt und der Wandel zum traditionalen Beruf im 18. Jahrhundert – Person und obrigkeitlich reglementierte Aufgaben der Amtshebamme: Nottaufe, Anzeige unehelich Schwangerer usw. – Hebammenordnungen und Eide – Ausbildung, Examinierung und Vereidigung – Hebammenlehrbücher in Mainz – Männliches Heilpersonal und die Akademisierung der Geburtshilfe – Wechselseitige Beziehungen und Konkurrenz zwischen Hebammen, chirurgischen und akademischen Geburtshelfern – Erklärungsmodelle zur Ambivalenz im Bild der Hebamme – Soziale Stellung, Besoldung und Privilegien – Das Selbstbild der Hebammen in Bittschriften und Bewerbungsschreiben.