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«Pierrot s’agite et Tout le mène»

Metamorphosen einer Lachfigur- Jules Laforgue und die Pierrotfigur im Zeichen der "Philosophie des</I> "Unbewußten</I> Eduard von Hartmanns

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Christiane Mühlegger-Henhapel

Im 19. Jahrhundert wird die traditionell aus der Commedia dell’arte stammende Lachfigur des Pierrot in Frankreich Gegenstand einer besonders intensiven literarischen Auseinandersetzung. Auch der junge Dichter Jules Laforgue (1860-1887) macht Pierrot zur zentralen Figur in seinem Werk. Durch die einzigartige Verbindung Pierrots mit der Philosophie des Unbewußten Eduard von Hartmanns eröffnet Laforgue der Figur völlig neue Dimensionen und gilt daher heute als der Pierrot-Dichter schlechthin. Pierrot wird sowohl zur Identifikationsfigur als auch zur Projektionsfläche für die inneren Konfliktstrukturen seines Schöpfers. Die dehierarchisierende Verbindung einer «illegitimen» Lachfigur mit einem philosophischen System sowie die Verwendung von rhetorischen Stilmitteln wie z.B. Ironie oder semantische Verschiebung machen Laforgue darüber hinaus zu einem frühen Vertreter der Verfremdungsästhetik. Unter diesen Gesichtspunkten analysiert die Arbeit das Werk Jules Laforgues und leistet damit einen Beitrag zur Entdeckung dieses im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannten Dichters.
Aus dem Inhalt: Entwicklung der Pierrotfigur von der Commedia dell’arte bis ins 19. Jahrhundert – Leben und Werk Jules Laforgues – Der Begriff des Unbewußten vor Freud – Eduard von Hartmann und die Philosophie des Unbewußten – Pierrot und das Unbewußte im Werk Jules Laforgues – Analyse der wichtigsten Texte und Gedichte Laforgues.