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Frühzeit und Gegenwart

Eine Studie zur Auffassung und Gestaltung der Vergangenheit in Ovids "Fastorum libri</I>

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Francesca Prescendi Morresi

Mehr als in allen anderen Werken richtet Ovid in den Fasti seine Aufmerksamkeit auf mythische und historische Erzählungen, die die identitätsstiftende Tradition der Römer bilden. Die Vergangenheit wird dabei aber im Hinblick auf die Gegenwart betrachtet. Ausgangspunkt von Ovids Reflexionen stellt die Abfolge der Feste des zeitgenössischen Kalenders dar; die Erzählungen der Vergangenheit dienen als deren Erläuterung. In die römische Frühzeit zurückzublicken, bedeutet für Ovid nicht, sich von seiner Zeit abzuwenden und der «guten alten Zeit» nachzutrauern, sondern entspricht vielmehr dem Bedürfnis, seine Zeit mit ihren politischen, kulturellen und religiösen Veränderungen zu thematisieren und letzten Endes zu begreifen.
Aus dem Inhalt: Wahrnehmung der Vergangenheit - Die Vergangenheitsdarstellung im aitiologischen Kalenderkommentar - Die Auseinandersetzung mit der aitiologischen Tradition - Die Funktion der aitiologischen Vergangenheit - Ovids Betrachtung des alten Kalenders als Beispiel für seinen Umgang mit der Vergangenheit - Vergangenheit und augusteische Gegenwart - Einfachheit der Vergangenheit und Pracht der Gegenwart.