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Publizistik im Dienste antijüdischer Polemik

Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter zu Hostienschändungen

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Christine Mittlmeier

Flugblatt und Flugschrift, zwei mit der Erfindung des Buchdruckes neu entstandene Medien, wurden in großem Umfang genutzt, um antijüdische Stereotype zu verbreiten. Ein häufiger Vorwurf lautete, die Juden hätten geweihte Hostien geschändet. Die Flugschriften und Flugblätter aus der Zeit bis 1520 mit eben diesem Vorwurf werden in der Arbeit zusammengetragen, um sie unter der Frage nach der antijüdischen Polemik zu analysieren. Es zeigt sich, daß die Publizistik eine wichtige Funktion für das Aufkommen und die Etablierung eines negativen Judenbildes hatte. Bild und Text in Flugblättern und Flugschriften ergänzen sich dabei in ihrer Wirkung. Die scheinbare Dokumentation der Vorgänge in den Drucken erklärt sich mit der Einordnung in die Verrechtlichung der gesellschaftsbezogenen Verständigung.
Aus dem Inhalt: Analyse von Flugblättern und Flugschriften in konkretem historischem Entstehungszusammenhang – Darstellung der Juden in der Publizistik zu Hostienschändungen – Beitrag der Schriften im antijüdischen Diskurs.