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Das Ethische und das Ästhetische als Kategorien des Handelns

Selbstwerdung bei Søren Aabye Kierkegaard

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André Leverkühn

«Hänge dich auf oder hänge dich nicht auf, du wirst beides bereuen.» Kierkegaard war nicht nur seinerzeit eine umstrittene Person: Dichter und engagierter Staatsbürger, Philosoph und obendrein noch religiöser Schriftsteller – ein Idiot oder ein wahrer Lebenskünstler? Die gegenwärtig verhandelte «Ästhetisierung der Lebenswelt» ist nicht so neu, wie sie zu sein scheint, und keineswegs spezifisch postmodern. In Gestalt des homo aestheticus zeigt Kierkegaard, wie das Ethische und das Ästhetische als Qualitäten des Lebens einander bedingen. Eine Analyse seiner Position führt zu Ergebnissen, die für die Selbstwerdung und Wahrheitsfindung heute von Bedeutung sind. Mit der Einführung des Anderen avanciert existentielle Dialektik zur erotischen Evokation von Wahrheit: Wo der Andere im Leben Einzug hält, wird das Unsagbare gelebt.
Aus dem Inhalt: «Ich will den Kreuzstab gerne tragen ...» – «... mit ständiger Rücksicht auf Sokrates» – Installation der Ironie in der Moderne – Indirekte Mitteilung und allgemeine Verunsicherung – Der kategoriale Dualismus – Die Negation des Ästhetischen durch das Ethische – In der Sackgasse ästhetischer Verzweiflung – Von der ästhetischen zur existentiellen Verzweiflung – Diskussion: Aisthesis vs. Selbstbezüglichkeit? – Rehabilitation des Subjekts – Das Absolute als «Spur des Anderen» – Möglichkeiten und Grenzen aisthetischer Ethik – Für eine erotische Wahrheit.