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Dekonstruktive Autopoiesis – Paradoxe Strukturen in Kleists Trauerspiel «Penthesilea»

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Maximilian Giuseppe Burkhardt

Kleists lange als unspielbar verworfene Tragödie Penthesilea zeigt in besonderem Maße die Unabdingbarkeit der theoretischen und methodologischen Reflexion und ruft zu einer beständigen Revision tradierter Deutungsmuster auf. Mit Hilfe der poststrukturalistischen Ansätze der Dekonstruktion und der Systemtheorie, Blumenbergs Metaphorologie und Homanns Konzept der heautonomen Autopoiesis wird das Theorem der dekonstruktiven Autopoiesis entworfen. Dieses nicht-idealistische Selbstreflexionsmodell von Literatur nutzt erstmals Kleists Einsicht in die Haltlosigkeit jeder positiven Setzung, in welche die Reflexion das Subjekt stürzt, für die Analyse der autopoietischen Konstruktion des Stückes. Denn die Destruktion des Körpers im Zuge seiner symbolischen Aneignung führt, analog zur De- und Rekonstruktion der naiven Vorbilder sentimentalischer Literatur, zu einem neuen Sprach- und Literaturbegriff.
Aus dem Inhalt: Autopoiesis zwischen Systemtheorie und Dekonstruktion – Ästhetische Autopoiesis – Bogenschluß – Kleists Metapher der dekonstruktiven Autopoiesis – Penthesilea – Anthropophagie als dekonstruktive Autopoiesis – Geleitwort von Erich Meuthen