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Die Bühnenwerke Ernst Hardts und «das neue Drama» in der deutschen Literatur um 1900

Eine Studie über dramatische Neuerungsversuche zwischen Kunstanspruch und Publikumserwartung

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Jaewon Song

Heute kaum bekannt, gehörten seine Bühnenwerke zu den meist gelesenen und besuchten in der Umbruchszeit um 1900: Ernst Hardt. Seine Popularität begleitet die Neuerungsversuche im Wesen des Dramas der Zeit. Von der naturalistischen über die stark stilisierte und formbewußte Dramaturgie bis hin zu einer endgültigen Resignation, weisen Hardts Stücke die meisten Merkmale und Probleme der Dramatik und Theatralik ihrer Entstehungszeit auf. Dabei stoßen sie auf den damals so viel und so widersprüchlich diskutierten Begriff «das neue Drama». Deshalb untersucht diese Arbeit Hardts Dramen von der Stoffwahl über die Darstellungsweise bis zu Themenaufstellung und Dramaturgie und behandelt, wie sich seine Bühnenwerke zu zeitgenössischen Trends verhalten und wie sich der Autor zu ihnen stellte. Dabei lassen die Zeugnisse seiner Zusammenarbeit mit den Theaterpraktikern zwei zentrale Aspekte des Bemühens um ein neues Drama erkennen: den Willen zur Kunst und das Ringen um einen Kompromiß mit den Publikumserwartungen. Mit den fünf Dramen aus dem Jahrzehnt zwischen 1905 und 1915, also von «Ninon von Lenclos» bis «König Salomo», bleibt er ein sympathischer Zeuge für die Ansprüche und für die Probleme des Bemühens um eine Erneuerung des Dramas und der Theaterkunst und ist damit mehr als ein vergessenswerter Modedramatiker von vorgestern.
Aus dem Inhalt: Ernst Hardts frühe Dramen und die Krise des naturalistischen Theaters - Historischer Skandalfall, Sinnenkult und die Dramaturgie der Zwischentöne im einaktigen Versdrama Ninon von Lenclos: ein Neuerungsversuch - Kunstanspruch in zeitnahem Umgang mit überlieferten Stoffen - Resignation und Neubesinnung in und seit Ernst Hardts letztem Bühnenwerk König Salomo - Problematische Bilanz: «Das neue Drama».