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Deutsche Reisende in den Niederlanden

Das Bild eines Nachbarn zwischen 1648 und 1795

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Anja Chales de Beaulieu

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. Die Berichte, die Reisende in ihrer Heimat übermitteln, prägen ganz wesentlich das Bild, das sich die Landsleute von nahen oder fernen Völkern machen. Reiseberichte sind jedoch keine objektiven Beschreibungen der besuchten Länder. Immer legen sie auch Zeugnis ab vom Reisenden selbst, seinen mitgebrachten (Vor-)Urteilen und Erwartungen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Erforschung von Reiseberichten. Sie will zeigen, welches Bild sich Menschen zu unterschiedlichen Zeiten von ihren nahen und fernen Nachbarn gemacht haben. Seit 1648 sind die Niederlande eigenstaatlicher Nachbar der Deutschen. Zunehmend wurden sie zu einem beliebten Reiseziel von Deutschen mit ganz verschiedenen Motiven. Welches Bild haben sich die Reisenden von dem Land gemacht, das im 17. Jahrhundert eine wunderbare Blüte erlebte und sich danach wieder anderen prosperierenden Konkurrenten beugen mußte? Wie hat sich dieses Bild verändert? Wann und wie kam es dazu, daß die Niederlande im Bild der Deutschen vom bewunderten Hort von Freiheit und Handel zur Heimat von selbstgefälligen Geizkragen wurden? Diesen Fragen widmet sich die Untersuchung.
Aus dem Inhalt: Reiseliteratur und Niederlandebild in der aktuellen Forschung – Reisemotivationen und Herkunft der Reisenden – Klassische Topoi des Niederlandebildes: Amsterdam und Den Haag – Das Wasser: Gefahr und Chance – Handel und Wirtschaft – Zwischen Sauberkeit und Putzwahn – Gleichheit und Toleranz – Gelehrte, Studenten und Universitäten – Der Nationalcharakter