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Priester – Vater – Ehemann

Anglikanische Geistliche in britischen Frauenromanen 1780-1850

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Christina Pumpe

Funktion und Ansehen des anglikanischen Geistlichen änderten sich im 18. und 19. Jahrhundert erheblich. Als privilegierter Amtsträger der Church of England gewann er im Konflikt zwischen Adel und Bürgertum neue Bedeutung, bis nach 1800 die Verweltlichung des Klerus eine Debatte auslöste, die zu einem veränderten Berufsverständnis führte. Gleichzeitig begann der Frauenroman, die auf Ehe und Familie festgelegte Rolle der Frau des aufsteigenden Bürgertums zu hinterfragen. Der als Mann und Priester mit doppelter Autorität versehene Geistliche bot den Schriftstellerinnen Anlass zur Kritik, aber auch zur Solidarisierung, weil die Rolle der Frau und des Priesters ähnlich definiert wurden. Anhand einer Analyse der Geistlichenfiguren in zehn Frauenromanen der Zeit von 1780-1850 und der Kirchenreformdebatte werden diese Entwicklungen nachgezeichnet und auf Zusammenhänge untersucht.
Aus dem Inhalt: Analysen der Geistlichenfiguren in den Romanen Evelina (Frances Burney), The Advantages of Education und A Tale of the Times (Jane West), The Old Manor House (Charlotte Smith), Patronage (Maria Edgeworth), Destiny (Susan Ferrier), The Vicar of Wrexhill (Frances Trollope), The History of an Enthusiast (Maria Jane Jewsbury), Agnes Grey (Anne Brontë) und Olive (Dinah Craik) vor dem Hintergrund der Kirchenreformdebatte Anfang des 19. Jahrhunderts und der Entwicklung des klerikalen Selbstverständnisses.