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Die antiken Grundlagen der neuzeitlichen Hermeneutik

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Bernd Springer

Hermeneutik wird heute oft als ein reines Phänomen der Moderne betrachtet und insofern nicht mehr als Kunst der Auslegung, sondern als Theorie des Verstehens. Eine solche Auffassung blendet indessen die historischen Formen des Verstehens aus, so, als habe es vor der selbstreflexiven Theorie des Verstehens keine Verstehensreflexionen gegeben. Die Darstellung deckt anhand des altjüdischen, hellenischen und frühchristlichen Kulturbereichs die Achsenzeiten und Traditionsbildungen der Hermeneutik in ihren Abgrenzungen und gegenseitigen Beeinflussungen auf: vom hermeneutischen Entstehungsprozeß der jüdischen Bibel und der allegorischen Mythendeutung bis zur Patristik, mit einem Schwerpunkt auf Augustinus und der Durchsetzung einer christlichen Hermeneutik. Es zeigt sich dabei, wie schon in der Antike die Hermeneutik zur Grundlage der Literaturdidaktik wurde.
Aus dem Inhalt: Das biblisch-jüdische Schriftverständnis – Das griechisch-hellenistische Verständnis von Schriftkultur – Die jesuanisch-neutestamentliche Position zur Schriftauslegung – Die patristische Zeit als Grundlage einer christlichen Hermeneutik – Augustinus und die abendländische Lesekultur – Die Bedeutung der patristischen Grundlegung der Hermeneutik für die Neuzeit.