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«Les vapeurs»: Eine literarische Nosologie zwischen Klassik und Romantik

Kulturgeschichtliche Untersuchung, literarische Analyse und bibliographische Dokumentation

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Beate Appelt

Die Untersuchung beschäftigt sich mit der medizinischen, gesellschaftlichen und literarischen Rolle der vapeurs vom 17. Jahrhundert bis zur Romantik. Aus einem wichtigen Symptom der Melancholie wurde im 17. Jahrhundert eine eigene Erkrankung, bei der körperliche und seelische Beschwerden zusammen in Erscheinung traten. Ausgehend von Versailles verbreiteten sich die vapeurs in der gehobenen städtischen Gesellschaft und wurden schließlich in der Aufklärungszeit eine europäische Mode- und Zivilisationserkrankung. In der Romantik zerstörte die Psychiatrie die humoralpathologischen Voraussetzungen der vapeurs, die infolgedessen durch andere Neurosenbegriffe abgelöst wurden.
Die Studie über die Entwicklung und Bedeutung der vapeurs in der frühneuzeitlichen Gesellschaft stützt sich auf eine Vielzahl von zeitgenössischen populärmedizinischen, moralphilosophischen sowie pädagogischen Schriften und berücksichtigt auch die literarische Rolle der vapeurs in der französischen Klassik, der Aufklärung und der Romantik. Eine ausführliche bibliographische Dokumentation erschließt zum ersten Mal die schwer zugänglichen Quellen.
Aus dem Inhalt: Heilberufe und Therapeutika im 17. Jahrhundert in Frankreich: eine Einführung – Die vapeurs im Zeitalter der Klassik in Frankreich – Von der höfischen Erkrankung zur Modekrankheit: Zur Verbreitung der vapeurs in der französischen Gesellschaft der Aufklärungszeit – Frauen und vapeurs im siècle des lumières – Männer und vapeurs im siècle des lumières – Von der Zivilisationserkrankung zur Neurose: Die vapeurs im Zeitalter der Romantik – Bibliographische Dokumentation.