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Über das Passiv in einigen spätmittelalterlichen Stadtchroniken

Ein Beitrag zur Theorie und Praxis der historischen Syntaxforschung

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Timo Reko

Diese Arbeit erörtert das Passivgefüge in fünf Augsburger und zwei Lübecker Chroniken aus dem späten Mittelalter (1370-1550). Das zentrale Problem ist die Rolle aspektualer Faktoren beim Gebrauch der Hilfsverben werden und sein in den zwei Teilkorpora. Daneben wird der Gebrauch der Agensbestimmungen und -präpositionen untersucht.
Der theoretische Teil definiert ein prototypisches Passiv, das im Rahmen von Valenztheorie und Tiefenkasus diskutiert wird. Das Prinzip der Konversion sowie die Aspektualität werden erörtert und Analyseverfahren werden vorgeschlagen.
Der Analyseteil diskutiert die Frequenzen der werden- und sein-Fügungen, den temporalen und aspektualen Wert der sein-Passive, die Vielschichtigkeit des Agens und den semantischen Inhalt des Subjekts beim Passiv. Abschließend werden die zwei Teilkorpora miteinander verglichen und Bezüge zum heutigen Deutsch hergestellt.
Aus dem Inhalt: Das Verbgefüge im Passiv und seine valenzmäßige Untersuchung und Beschreibung – Grundvalenzen und Satzschemata – Semantische Tiefenrollen sowie Ein- und Zweideutigkeit in der Agensbestimmung – Das Subjekt im Passivgefüge – Aspektualität im Passiv – Analyseverfahren zur Erschließung der Aspektualität – Analogie und Konversion als methodische Prinzipien – Analysen der Passivgefüge in frühneuhochdeutschen und mittelniederdeutschen Stadtchroniken