Show Less
Restricted access

Soziales Wissen und dörfliche Welt

Herrschaft, Jagd und Naturwahrnehmung in Zeugenaussagen des Reichskammergerichts aus Nordschwaben (16.-17. Jahrhundert)

Series:

Alexander Schunka

Jagd war eine zentrale Beschäftigung der Fürsten in der Frühen Neuzeit. Das Buch thematisiert die herrschaftliche Jagd aus der Sicht nordschwäbischer Landbewohner. Ausgehend von den Lebensverhältnissen und der Wissensverarbeitung in Dörfern des 16. und frühen 17. Jahrhunderts steht die Wahrnehmung herrschaftlicher Jagd und Waldnutzung durch die dörfliche Bevölkerung im Mittelpunkt. Der Autor zeigt, daß obrigkeitliche Jagd nicht vorwiegend als fürstliche Vergnügung verstanden wurde, sondern ein wichtiges Element frühneuzeitlicher Herrschaft war. Als Quellen dienen Zeugenverhörsprotokolle aus Akten des Reichskammergerichts, in denen die Bewohner des Nördlinger Rieses und der Riesalb über ihre Lebensverhältnisse, ihr Wissen und ihre Sicht der herrschaftlichen Jagd Auskunft geben. Die Studie demonstriert damit den Wert dieser Quellengattung für alltagsgeschichtliche und historisch-anthropologische Fragestellungen.
Aus dem Inhalt: Reichskammergericht und Zeugenaussagen – Herrschaft und dörfliche Welt – Nachbarschaft und Informationsaustausch – Namen und Spitznamen – Biographien und Mobilität, Zeitvorstellungen und Erinnerung – Jagd und Wald – Jagd, Natur und Herrschaft: Das Wissen der Zeugen – Jägerkarrieren – Öffentliche und geheime Jagd – Hirsch und Wolf zwischen Herren und Untertanen – Essen als Sinnstiftung – Jagdkonflikte – Holznutzung – Naturverständnis.