Show Less
Restricted access

Untersuchungen zum Verschriftlichungsprozeß im ländlichen Raum Oberitaliens

Die Urkunden der Pilgerkirche S. Maria di Monte Velate bei Varese aus dem 12. und 13. Jahrhundert

Series:

Juliane Trede

Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts wurde Schrift im ländlichen Raum Oberitaliens zu einem unverzichtbaren Instrument des Alltagslebens. Der ungewöhnlich reichhaltige Urkundenbestand der Kirche
S. Maria di Monte Velate ermöglicht es, diesen Entwicklungsprozeß anschaulich zu machen. Deutlich wird, daß der zunehmende Schriftgebrauch zunächst eine Reaktion auf die politisch-administrative Unterwerfung des Gebietes durch die Kommune Mailand bildete. Grundherren und Bauern lernten jedoch rasch, mit Hilfe schriftlicher Aufzeichnungen Lösungen für spezifisch ländliche Probleme zu finden. Insbesondere den bäuerlichen Familien bot der intensive Umgang mit dem neuen Medium eine Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand und sozialen Aufstieg.
Aus dem Inhalt: Die Überlieferung – Funktionen der Schrift im ländlichen Raum – Die Auseinandersetzungen zwischen Mailand und Kaiser Friedrich I. als «Katalysator» der Entwicklungen – Der Ausbau kommunaler Herrschaft im Contado – Kirchliche Bemühungen zur Reformierung des Contado – Die Veränderung der ökonomischen Rahmenbedingungen – Die Entwicklung eines ökonomischen Bewußtseins im 12./13. Jahrhundert – Das ländliche Notariat im 12./13. Jahrhundert – Riassunto (in lingua italiana).