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Die Weimarer Nationalversammlung und die deutsche Außenpolitik

Waffenstillstand, Friedensverhandlungen und internationale Beziehungen in den Debatten von Februar bis August 1919

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Ragna Boden

Annehmen oder ablehnen? – Diese grundsätzliche Entscheidung über den Versailler Friedensvertrag fiel 1919 der Nationalversammlung zu, die damit neben ihrer Verfassungsarbeit Verantwortung für die Außenpolitik übernahm. Im hier verfolgten institutionengeschichtlichen Ansatz werden anhand der Redebeiträge von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern Schwerpunkte und Verlauf der außenpolitischen Debatten in der Nationalversammlung untersucht. Höhepunkt ist hierbei die Diskussion über die Annahme des Versailler Vertrages am 22. Juni. Während die Nationalversammlung einerseits ein Forum für politische Streitkultur zwischen den Parteien der Weimarer Koalition und der linken und rechten Opposition bot, bestand andererseits die Gefahr, daß die Abgeordneten bei Gelegenheit patriotische Stimmungen durch Appellationen an das Nationalgefühl der Bevölkerung schürten oder doch verstärkten und ihre vollmundige Zusage – den Versailler Vertrag abzulehnen – später nicht einhalten konnten. Der Friedensvertrag dominierte die Diskussionen in dieser Zeit so sehr, daß andere außenpolitische Probleme völlig in den Hintergrund traten.
Aus dem Inhalt: Außenpolitisches Programm der Parteien – Selbstverständnis der Abgeordneten – Einfluß der Öffentlichkeit – Beziehungen zu den Siegermächten – Beziehungen zu Polen, Dänemark, Rußland und Deutsch-Österreich – Kolonialgebiete – Völkerbund – Waffenstillstand – Versailler Vertrag.