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Genreentscheidung und Symbolgehalt im Werk Friedrich Hebbels

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Andrea Rudolph

Friedrich Hebbel war kein Dichter der philosophisch-ästhetischen Spekulation. In Realsymbolen und deren Wandel schlägt sich für ihn die seit der Französischen Revolution machtvoll beschleunigte Geschichtsbewegung nieder. Was Edelstein, Krone, Haare, Schleier und Schwerter jeweils bedeuten, zeigt ein werkgenetischer wie theoretischer Längsschnitt, der Hebbels Formfindung nachzeichnet. Die Entwicklungslinie Prosa-Komödie-Tragikomödie-Tragödie widerspiegelt den Zusammenhang von Symbol und Gattungsentscheidung. In der Vermittlung zwischen Realität und Poesie im Symbol erschließt Hebbel die tragische Form für die moderne Problematik. In der Tragödie sieht er jene Form, die jenseits aller Normativität gerade in der geschichtlichen Öffnung auf eine praktische Ethik der Zeitlichkeit ihre stärkste Dimension hat.
Aus dem Inhalt: Hebbelbilder und Bildentwürfe Hebbels: Problemkonstituierung in Hebbels Tagebüchern – Desillusionierungs- und Beschreibungsrealismus in der Prosa: Schauerromantik in den Nachtstücken, Destruktion romantischer Synthesebildlichkeit, Klassische Novellenform und Anstrengung zur Häßlichkeit, Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Bildsynthesen – Genreschritt vom epischen zum dramatischen Bild: Symbolisches Zeitbild und Problemrealismus, Der Edelstein als Sinnbild – Tragödien als Symbolisierung der «in’s Leben selbst verlegten Dialectik»: Individuum und Staatsidee, Der Ring als Revolutionssymbol.