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Magie oder: Die Wiederherstellung der Ordnung

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Monika Schulz

Die Untersuchung rekonstruiert eine Systematik magischer Wirkprinzipien. Es geht um die Frage, wie die Magie funktioniert. Die Materialbasis bildet das bislang unbearbeitete, etwa 28000 Nummern umfassende «Corpus der deutschen Segen und Beschwörungsformeln» (TU Dresden), das über ein Jahrtausend abdeckt. Die Menge der Texte gestattet eine umfassende Sicht auf die funktionalen Bestandteile magischer Beschwörungen. Die Spur der Decodierung führt auf die frühest dokumentierten Anfänge der Magie, zu archaischen Denkkonzepten in altorientalischen und altindischen Kompendien. Der verstehende Blick zurück auf ein heute fremdes Denken enthüllt die Magie als ursprünglich rationales Instrumentarium einer Welt- bzw. Kontingenzbewältigung, das Glück/Leid und Handlungspotenz des Menschen zusammenzwingt. Die Entschlüsselung von Magie liefert somit auch einen Baustein zum Verständnis, wie der menschliche Geist funktioniert.
Aus dem Inhalt: Causae et curae: Ätiologie und curative Instanz – Daimones: Modi der Affektion – Die Kategorie des Ähnlichen und das Substitut – Zu einer Theorie des magischen Worts: Bemerkungen zu einer archaischen Semiotik – Analogie und Kontiguität und das Prinzip der doppelten Selektion – Die Historiola als Charta der magischen Wirksamkeit – Die Permanenz des Bedeuteten: mythopöische(r) Zeit und Ort.