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Kaiser Maximilian gewidmet

Die unvollendete Werkausgabe des Conrad Celtis und ihre Holzschnitte

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Peter Luh

Conrad Celtis (1459-1508) gilt seit dem 19. Jahrhundert als deutscher «Erzhumanist». Er ist bekannt als Verfasser von Gedichtsammlungen und Festspielen, als Handschriftenforscher, Universitätslehrer und kontaktfreudiger Aktivist, der energisch für die Verbreitung der studia humanitatis eintrat. Hier steht Celtis, der Entwerfer von Bildprogrammen, im Mittelpunkt: Nach seinen Vorgaben fertigten Albrecht Dürer, Hans Burgkmair und andere die Holzschnitte für seine mehrbändig geplante Werkausgabe an – nur der erste Band, Kaiser Maximilian gewidmet, erschien 1502 in Nürnberg.
Ziel der Untersuchung ist es, die im Erscheinungsbild überraschend ungleichen Holzschnitte aufgrund ihres Spiritus rector als einheitlichen Komplex zu beschreiben, zu erklären und zu würdigen: Die ikonographischen Besonderheiten der Holzschnitte spiegeln individuelle «likes and dislikes» des Celtis, Unstimmigkeiten in den Details stehen mit den wechselvollen Planungen für Ort und Zeitpunkt, Widmung und Umfang seiner Werkausgabe in Zusammenhang. Das Gesamtprogramm der Holzschnitte schließlich wird als bildliche Umsetzung einer aktuellen literarischen Gattung verstanden, der defensio poetices. – Kurzinterpretationen zu den Texten der Nürnberger Edition von 1502, zu den «Amores», der «Germania generalis» und der «Norimberga», runden den Band ab.
Aus dem Inhalt: Probleme der Celtis-Holzschnitte – Vita des Celtis – Der Bildschmuck des Nürnberger Celtis-Drucks von 1502 (mit Dedikationsbild und Allegorie der Philosophie von Albrecht Dürer) – Augsburger Publikationen des Celtis und ihre Holzschnitte (mit dem «Sterbebild» von Hans Burgkmair) – Zur Entstehung der literarischen Hauptwerke des Celtis – Zu den Planungen für eine mehrbändige Werkausgabe – Die Genese ihrer Holzschnittausstattung und deren Gesamtprogramm – Als Anhang: Kurzinterpretationen zu «Amores», «Norimberga» und «Germania generalis».