Show Less
Restricted access

Hermann J. Held (1890-1963)

Ein Kieler Gelehrtenleben in den Fängen der Zeitläufe

Series:

Klaus Henning Ibs

Die biographische Erschließung von Hochschuldozenten kann auch dann von wissenschaftlichem Interesse sein, wenn der Dozent selbst das Leben der Fakultät nicht mitbestimmt hat, sondern ausschließlich deren Objekt gewesen ist. Diese Arbeit zeigt an der Person des späteren Kieler apl. Professors Hermann J. Held (1890-1963) die generellen und lokalen Entwicklungsbedingungen auf für eine akademische Karriere in den Umbrüchen zwischen den verschiedenen staatsrechtlichen Phasen des 20. Jahrhunderts. Sie führten schließlich dazu, daß Held sein berufliches Ziel – das Ordinariat – nicht erreichte. Unter breiter Einbeziehung der Zeitgeschichte ist so ein weiterführender Beitrag zur Geschichte der juristischen Hochschullehrer im allgemeinen als auch insbesondere zur Geschichte der Kieler Rechtswissenschaftlichen Fakultät entstanden.
Aus dem Inhalt: Hermann J. Held (1890-1963) aus Freiburg kam 1920 nach Jurastudium, vierjähriger Zivilinternierung in England und Promotion nach Kiel. Dort habilitierte er sich 1927 für insbesondere Völkerrecht. Sein Ziel – das Ordinariat – erreichte er allerdings nicht: Zunächst kam ihm der Nationalsozialismus dazwischen, dem er als verdächtig galt. Aber auch nach dessen Ende waren die retardierenden Einflüsse in Kiel noch so groß, daß letztlich nur die Sicherung einer Altersrente für den 1942 zum außerplanmäßigen Professor ernannten Held erreicht werden konnte, der sich stets nur mit Lehraufträgen durchgeschlagen hatte. Sein vielfältiges wissenschaftliches Werk hat die Zeit nicht überdauert; seine Studenten aber erinnern sich noch heute an einen herausragenden Hochschullehrer, an einen «großartigen Menschen»!