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Ungleiche Geschwister

Die deutschen "Republikaner</I> (REP) im Vergleich zum französischen "Front National</I> (FN)

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Harald Bergsdorf

Aus vergleichender Perspektive wird vor allem gefragt: Wie ist das politische Umfeld (Wahlsystem, Wahlverhalten, Parteienlandschaft, Ausländerpolitik) beschaffen, in dem die Republikaner und der Front National zumindest zeitweise Wahlerfolge errungen haben? Welche besonderen Merkmale kennzeichnen beide Parteien (Ursprünge, Führungspersonen, Wahlgeschichte, Wähler, Innenleben, Organisationsstruktur, Finanzierung, Selbstverständnis, Programm, Agitationsweise)? Wie werden beide Parteien von Fernsehverantwortlichen und politischen Mitbewerbern behandelt? Wie sollten sie behandelt werden? Wie verhalten sich beide ihrerseits gegenüber politischen Mitbewerbern? Wie präsentieren sich beide im Fernsehen? Wie sind beide politisch wirksam zu bekämpfen? Welchen Nutzen, welche Nachteile hätte ein Verbot beider Parteien?
Im Vergleich zu den Republikanern in Deutschland profitiert der Front National in Frankreich unter anderem von größeren Problemen, Fremde zu integrieren und von einem lange Zeit festeren Zusammenhalt im rechtsextremistischen Lager. Mehr als die Republikaner in Deutschland nutzen – so war es zumindest in der Vergangenheit – Spitzenpolitiker in Frankreich den Front National als Instrument des politischen Kampfes. So gibt es Indizien dafür, dass Staatspräsident Mitterrand dem Front National die Fernsehbühne mitgeöffnet hat. Auch die Einführung des Verhältniswahlsystems zur Parlamentswahl 1986 durch Mitterrand zielte u.a. darauf, den Front National zu stärken und damit die bürgerlichen Parteien nachhaltig zu schwächen, was auch teilweise gelang.
Der Autor: Harald Bergsdorf wurde 1966 in Bonn geboren. 1988-1992 Studium der Politikwissenschaft, der Neueren Geschichte und Romanistik/Italienische Philologie an der Universität Bonn. 1993 DAAD-Stipendiat in Paris; 1994-1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Seit 1999 Mitarbeiter der Thüringer Landesregierung; Promotion im Februar 2000 an der Universität Freiburg i.Br.