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Literatur als hermetische Tradition

Eine rezeptionsgeschichtliche Untersuchung frühneuzeitlicher Texte zur Erschließung des Welt- und Menschenbildes in der Literatur des 17. Jahrhunderts

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Randolf Quade

Die interdisziplinär angelegte Arbeit geht von der These aus, daß die hermetische Tradition (eine Bewegung, die in alten ägyptischen Lehren den Quell der Weisheit sah) in der Literatur und Geistesgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts eine bedeutendere Rolle gespielt hat, als ihr bislang zugebilligt wurde. Ziel dieser Studie ist es daher, anhand einer Rekonstruktion des hermetischen Denkansatzes und seiner Rezeptionsgeschichte durch eine genaue Untersuchung zahlreicher frühneuzeitlicher Texte und der zugehörigen Verfasserbiographien die eigentliche Bedeutung der hermetischen Tradition offenzulegen. Signifikante Punkte für eine Profilierung des hermetischen Ansatzes sind die Alchimie, die Vorstellung des Heliozentrismus, ein animistisches Denken, die Idee der Transmutation, der Willensfreiheit und Wiedergeburt. Eine zentrale Rolle kommt dabei der rosenkreuzerischen Bewegung, der Fruchtbringenden Gesellschaft und der schlesischen Dichtung eines Czepko und Scheffler, Opitz, Gryphius und Kuhlmann zu.
Aus dem Inhalt: Einführung in die Thematik – Eine Rekonstruktion des hermetischen Denkansatzes anhand frühneuzeitlicher Textbeispiele – Kurze Blüte der Hermetik – Die hermetische Reformidee – Die Poetisierung der hermetischen Weltsicht – Andreas Gryphius, ein unerkannter Hermetiker.