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Spanische Grammatikographie im 17. Jahrhundert

Der "Arte de la lengua Española Castellana</I> von Gonzalo Correas

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Alkinoi Obernesser

Die Aufgabe, eine Grammatik zu schreiben, stellt nach wie vor ein schwieriges Unterfangen dar. Es stellt sich dabei die Frage, ob es legitim und effektiv ist, in die Sprachentwicklung einzugreifen oder ob die Aufgabe des Grammatikers sich darauf beschränken soll, den usus zu beschreiben und ihn positiv zu belegen. Eine rein objektive Beschreibung des Sprachgebrauchs wird auch dadurch erschwert, daß die Grenze zwischen Präskription und Deskription fließend ist.
Die Grundlage dieser Arbeit bildet die Analyse von Correas’ Grammatik Arte de la lengua Española Castellana (1625). Anhand einer vergleichenden Methode werden Correas’ Normkonzeption und seine Position innerhalb der verschiedenen jeweils orthographischen und grammatischen Theorien annähernd definiert. Die zahlreichen Stellungnahmen des Autors zu den verschiedenen Varianten des Sprachgebrauchs und sein Verständnis von Sprache als einer Vielfalt von Normen und Varianten innerhalb eines einheitlichen Systems bringen seine grundsätzlich deskriptive Sichtweise zum Ausdruck. Für ihn gilt der tatsächliche Sprachgebrauch als verbindlich: «mas no vamos à sutilizar la Gramatica que avia de ser, sino à dezir con Ilaneza lo que es, i se usa» (Correas 1625/1954: 174).
Aus dem Inhalt: Der normative Diskurs – Die spanische Sprache im 16. und 17. Jahrhundert – Die Korruptions- und urkastilische Theorie – Correas’ orthographische Normkonzeption – Die gelehrten Graphemverbindungen – Der ceceo/seseo – Die Position des Autors innerhalb der verschiedenen Orthographie- und Grammatiktraditionen – Variantenvielfalt – Präskription/Deskription – Kriterien und Sprechakte des normativen Diskurses im Arte de la lengua Española Castellana.