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Ärztliche Ethik – Eine Frage der Ehre?

Die Prozesse und Urteile der ärztlichen Ehrengerichtshöfe in Preußen und Sachsen 1918-1933

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Barbara Rabi

Die ärztliche Ethik diente als Hauptargument der Ärzteschaft, zu Beginn des 20. Jahrhunderts staatlich legitimierte Ehrengerichtshöfe zur Disziplinierung der Mediziner einzurichten. Die Urteile der Ehrengerichtshöfe in Preußen und Sachsen zeigten jedoch andere Inhalte: Ethische Probleme spielten hier kaum eine Rolle. Die ärztliche Ehre stand im Mittelpunkt der Prozesse. Verfahren wegen Beleidigung, Kritik an Kollegen aber auch wegen Abtreibung und sexueller Übergriffe folgten der Logik der Ehre. Mit Hilfe der theoretischen Ansätze der Soziologen Georg Simmel und Pierre Bourdieu wird das Phänomen der ärztlichen Ehre und seine Bedeutung für die Medikalisierung analysiert.
Aus dem Inhalt: Urteile der ärztlichen Ehrengerichtshöfe in der Weimarer Republik – Die Organisation der Ärzteschaft sowie die Entstehung der Standesordnungen und Ehrengerichtsbarkeit – Verhalten zwischen Kollegen, gegenüber Patienten und in der Öffentlichkeit – Urteile zu Beleidigung, Abtreibung, Sexualdelikten und Reklame – Die Rechte der Ehrengerichtshöfe im wirtschaftlichen, sozialen, politischen und wissenschaftlichen Kontext – Weiterer sozialer Aufstieg durch die Instanzen der Ärzteschaft – Analyse des Phänomens der Ehre mit Hilfe der Theorien Georg Simmels und Pierre Bourdieus.