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Gotteserkenntnis bei Blaise Pascal

Eine problemgeschichtliche Untersuchung

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Peter Stolz

Blaise Pascal (1623-1662) unterscheidet in seiner Gottesvision vom November 1654, dem «Jahr der Gnade», zwischen einem Gott der Philosophen und dem Gott der Liebe.
Augustinischer und dionysischer Gottesbegriff, verbunden mit bernhardinischer Liebestheologie und quietistischer Mystik, sind die argumentativen Voraussetzungen zum Verständnis von Pascals beunruhigender zweifacher Gotteserkenntnis.
Unentbehrlich für jede theologische und philosophische Auseinandersetzung mit Pascal ist der heterodoxe Augustinismus der nachtridentinischen katholischen Theologie, als deren wichtigste Theoreme die Lehre von der Urstandsintegrität und die jansenistische Gnadentheologie anzusehen sind.
Die averroistischen Aspekte einer strikten Trennung von Theologie und Philosophie zeigen, daß Pascals doppelte Gotteserkenntnis in der Unmittelbarkeit von natürlicher Erkenntnis und erwählender Gnade nicht allein von der lauteren Liebe, sondern ebenso vom Verlangen nach persönlichem Heil geprägt ist.
Aus dem Inhalt: Die zweifache Gottesschau – Augustinischer und dionysischer Gottesbegriff – Affirmative und negative Theologie – Eriugena – Meister Eckhart – Cusanus – Das Böse – Die Liebe als der andere Weg zu Gott – Der heterodoxe Augustinismus – Die quietistische Mystik – Die göttlichen Hilfen des Aufstiegs – Der Dualismus von Natur und Gnade – Von der natürlichen zur übernatürlichen Gotteserkenntnis.