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Identität und Entfremdung

Zum Konzept des Dichterischen bei Keats und Hofmannsthal

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Gerold Schipper

Daß der Dichter das unpoetischste aller Geschöpfe sei, ist eine berühmt gewordene Keats’sche Reflexion. Sie ist von weitreichender Bedeutung für die europäische Poetologie seit der Romantik und wird von Hofmannsthal als wichtige Einsicht aufgegriffen. Die Studie unternimmt eine Gegenüberstellung der poetologischen Reflexionen beider Autoren mit der immanenten Poetologie ihres jeweiligen Schaffens. Dergestalt läßt sich für das Selbstverständnis «des modernen Dichters», wie er uns in Autoren wie Baudelaire, Valéry oder Pessoa begegnet, ein Paradigmenwechsel nachzeichnen, der ebenso gehaltvolle wie paradoxe Konsequenzen zeitigt. Anhand der untersuchten Zeugnisse lassen sich Analyseansätze entwickeln, die Romantik und Moderne als Zusammenhang begreifbar machen.
Aus dem Inhalt: John Keats: Der Dichter als Chamäleon – Imagination als Weg zu Beauty & Truth – Immanente poetologische Reflexion oder vollendete Lyrik? – Exkurs: Baudelaire und Rimbaud – Hugo von Hofmannsthal: Das Fest der Jugend – Das Ich als Rolle – Willensdrang von tausend Wesen – Des Dichters Halbbruder – Der Dichter und diese Zeit – Erinnerte oder imaginierte Reflexionslosigkeit?