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Staat und Zivilgesellschaft in der Türkei und im Osmanischen Reich

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Gazi Caglar

Das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft war für den okzidentalen Entwicklungsweg realgeschichtlich spannungsreich und wurde immer schon kontrovers diskutiert. Für orientalische Gesellschaften stellte sich die Frage nach der Zivilgesellschaft kaum: Europäische wie auch aus dem Orient selbst stammende Wissenschaftler/innen nahmen bisher unkritisch an, daß der Orient aufgrund der Übermacht des Staates keine Zivilgesellschaft hervorgebracht habe. Die Studie widerspricht diesem Mythos und weist in einer kritischen Analyse am konkreten Beispiel des Osmanischen Reiches und der Türkei die Existenz einer Zivilgesellschaft nach, die gestern wie heute in einem widersprüchlichen Verhältnis zum Staat steht.
Aus dem Inhalt: Die türkische Zivilgesellschaftsdebatte, gesondert für alle politisch-akademischen Strömungen analysiert – Rezeption Antonio Gramscis in der Türkei – Zivilgesellschafts- und Hegemoniebegriff bei Gramsci und anderen europäischen politischen Philosophen – Geschichte als Prozeß der Fremd- und Eigenwahrnehmung – Verklärung der Geschichte des Osmanischen Reiches durch europäische wie orientalische Wissenschaftler/innen – Ökonomische Struktur des Osmanischen Reiches und der Türkei – Zivilgesellschaft, Staat und Bürokratie im Osmanischen Reich und in der Türkei – Perspektiven der Demokratisierung – Notwendigkeit einer intellektuellen und moralischen Reform.