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Bekenntnisse

Diskurs – Gattung – Werk

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Ulrich Breuer

Am Beispiel des Substantivs Bekenntnisse fragt diese Untersuchung nach dem Beitrag literarischer Texte zur Semantik sprachlicher Ausdrücke. Dazu wird eine Theorie des semiotischen Prozesses entwickelt. Sie gliedert sich in einen diskurs-, einen gattungs- und einen werksemantischen Teil. Die Bedeutung einzelner Ausdrücke wird durch diskursive Kontexte eingeschränkt, in gattungssemantischer Perspektive ausgeweitet und in werksemantischer Hinsicht der Reflexion des Lesers unterbreitet. Es zeigt sich, dass Bekenntnisse seit den Gattungsmodellen Augustins, Rousseaus und Goethes als Textsortenbezeichnung und spätestens seit Thomas Manns Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull als poetologische Relevanzfiguren zu verstehen sind. Sie gehören zu den bestimmenden Faktoren der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte.
Aus dem Inhalt: Diskurssemantik: Von der Wort- und Begriffsgeschichte über Kontexte und Bekenntnistypen zur Textsorte Bekenntnisse – Gattungssemantik: Bekenntnisse Augustins, Rousseaus und Goethes – Werksemantik: Kritik der Kunst im Frühwerk Thomas Manns, Kunst der Kritik in den Essays und «dichterischer Kritizismus» im Felix Krull.