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Rassen, Schädel und Gelehrte

Zur politischen Funktionalität der anthropologischen Forschung und Lehre in der Tradition Egon von Eickstedts

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Andreas Lüddecke

Die Arbeit behandelt die Rolle des Anthropologen Egon von Eickstedt und seiner Schülerin Ilse Schwidetzky in der NS-Zeit und verbindet diese Betrachtung mit einer Analyse biologistischer Menschenbilder bis heute. Das spannungsvolle Wechselverhältnis der Eickstedtschen Anthropologie zur offiziösen NS-«Rassenhygiene» wird ebenso analysiert wie die Bedeutung von in der Anthropologie entstandenen Rassenmodellen, und dies sowohl für die NS-Ideologie als auch für die Ideologiebildung heutiger Rechtsextremer. Darüber hinaus werden Nachkriegskontinuitäten der «Rassenforschung», z.B. anhand des Raumwerks Westfalen, herausgearbeitet und die Verschränkung eines wissenschaftlich begründeten Rassismus mit bevölkerungspolitischen Diskursen und der Politik des Internationalen Währungsfonds aufgezeigt. Methodisch werden detaillierte Rezensionen entscheidender anthropologischer Werke mit Auswertungen von archivalischem Quellenmaterial sowie Expertengesprächen verbunden und in einen weiteren ideengeschichtlichen Horizont eingeordnet.
Aus dem Inhalt: Fachgeschichtlicher Abriß der deutschen Anthropologie – Geschichte der «Euthanasie» – Schlesien-Studien – «Westfälische Forschungen» – Begabungsdebatte – Erblichkeit von Intelligenz?