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Die Schuld-Thematik in Hans Henny Jahnns «Fluß ohne Ufer»

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Joachim Gerdes

Hans Henny Jahnns umfangreiches Hauptwerk, der Roman Fluß ohne Ufer, handelt von der lebenslangen Freundschaft zweier Männer, die ihren Lebensbund auf die Teilung der Schuld an einer Mordtat gründen. In dieser Arbeit werden die juristischen, theologischen, psychologischen und philosophischen Hintergründe der inhaltlichen Schwerpunkte des Romans analysiert. Die eng am Romantext orientierte, interpretatorisch ausgerichtete Untersuchung vermag dabei eine Vielzahl von literarischen und außerliterarischen Affinitäten Jahnns aufzuzeigen: von Schopenhauer über Nietzsche, Freud u.a. bis hin zu Heideggers existenzialphilosophischem Schuld-Verständnis. Der nicht nur von sich selbst als nahezu ungebildeter «Nichtleser» apostrophierte Jahnn wird dadurch gleichzeitig als Vielleser herausgestellt und die Schuld-Thematik als zentrales Problem seines Werkes nachgewiesen und eingehend gedeutet.
Aus dem Inhalt: Schuld als juristisch immensurables Phänomen – Sündenschuld und Schuldgefühl: Fundamentalkritik an autoritären Ideologien zur Instrumentalisierung der Schuld – Die theologische und psychologische Schuld-Reflexion im zeitgenössischen literarischen Umfeld – Die schlechteste unter den möglichen Welten – Umwertung aller Werte – Das existenziale Schuldigsein in Fluß ohne Ufer.