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Die Bedeutung des Barbie-Prozesses für die französische Vergangenheitsbewältigung

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Karin Urselmann

Die Kollaboration wird von vielen Franzosen auch heute noch als eine der schwärzesten Episoden der französischen Geschichte angesehen. Im Interesse der nationalen Einheit wurde dieser Zeitabschnitt im Nachkriegs-Frankreich zugunsten der Legende einer ganzen Nation im Widerstand totgeschwiegen. Erst der Prozeß gegen den ehemaligen «Gestapo-Chef» von Lyon, Klaus Barbie, zwang die französische Öffentlichkeit, sich selbstkritischer mit diesem Abschnitt ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das Buch untersucht, inwieweit dabei vom Beginn einer erfolgreichen Vergangenheitsbewältigung gesprochen werden kann. Aktuelle Ereignisse wie die Prozesse gegen Maurice Papon und Paul Touvier sowie die Entschuldigung des Staatspräsidenten Jacques Chirac und der französischen Bischöfe bei der jüdischen Bevölkerung zeigen, daß Frankreich mit diesem Geschichtsabschnitt endgültig ins Reine kommen möchte.
Aus dem Inhalt: Zu den Begriffen Kollaboration und Vergangenheitsbewältigung – Phasen der französischen Vergangenheitsbewältigung – Der Fall Klaus Barbie - ein Meilenstein für die vierte Phase der französischen Vergangenheitsbewältigung – Das Leben Klaus Barbies – Diskussionen im Vorfeld des Prozesses – Der Prozeß – Öffentliche Diskussion des Prozesses – Wissenschaftliche Aufarbeitung des Falls – Fazit, Verzeichnisse und Anhang (Liste der Nebenkläger).