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Die Kreuzigung Jesu nach Joh 19,16-22

Ein Beitrag zur Kreuzestheologie des Johannes im Vergleich mit den Synoptikern

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Hanjo-Christoph Kollmann

Aufgrund einer exegetisch-literarischen Analyse der Kreuzigungsszene des Johannes-Evangeliums (Joh 19,16-22) kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass der vierte Evangelist seine Passion im wesentlichen unabhängig von den Synoptikern komponiert hat. Die Johannespassion ist eine eigene, unübertroffene Synthese einer schon bestehenden Kreuzes- und Passionstradition. Obwohl es auch literarische und theologische Gemeinsamkeiten mit den Synoptikern (insbesondere mit Lukas) gibt, ist die johanneische Kreuzestheologie in ihrem Kern eigenständig. Im Gegensatz zum leidenden und gedemütigten Jesus der synoptischen Evangelien soll der johanneische Jesus auch während der Kreuzigung Vorbildcharakter für seine Jünger haben. Er leidet nicht unter dem Kreuz, er trägt es vielmehr als Heilsinstrument für die Menschheit. Johannes überbietet alle vorherigen Passionsberichte, indem er Jesus konsequent als den vom Kreuz herab herrschenden König interpretiert.
Aus dem Inhalt: Die Kreuzesstrafe in der Antike und das Kreuz Jesu im urchristlichen Kerygma – Literarische Synopse der vier Passionsberichte – Vergleich der theologischen Gestaltungsmotive der vier Passionsberichte – Sprachlicher und theologischer Vergleich der Kreuzigungsszene von Joh 19,16-22 mit den Synoptikern.