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Lenz und die Mimesis

Eine Untersuchung der Nachahmungsproblematik bei Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792)

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Jörg Schlieske

Diese Untersuchung ist eine interdisziplinäre Analyse spezifischer Werke des Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz sowie der komplexen Problematik der Nachahmung (Mimesis) im 18. Jahrhundert. Originalität von Werk und Persönlichkeit dieses Weggefährten des jungen Goethe sind weitgehend anerkannt, die Einordnung des Autors in die Moderne bleibt heftig umstritten. In literaturgeschichtlicher wie auch erziehungswissenschaftlicher Perspektive will die Arbeit zeigen, wie die neuzeitliche Definition der Mimesis nicht auf den Begriff der «Nachahmung» reduziert werden darf. So ergeben sich neue Aspekte einer Mimesis als mimetisch vermittelte Herstellung der Gestalt bzw. Komposition eines Werkes, der Mimesis als allgemeine Bezugnahme auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und nicht zuletzt der Mimesis als Rezeptionsprozeß der Lenzschen mimetischen Annäherung an ein Vorbild.
Aus dem Inhalt: Produzent und künstlerische Produktion im Kontext der Mimesis – Lenz’ Anmerkungen übers Theater als dichtungstheoretische Programmatik verstanden? – Dramatische Konzeption und neuer Dramentyp – Das Pandämonium Germanicum als Lenzsches Dokument und Szenario literarischer Kritik in der Auseinandersetzung mit Goethe – Autonomieästhetik und wirkungspoetische Innovation in der Lenzschen Reflexion der Selbst-Mimesis Rousseaus am Beispiel des Romanfragments Der Waldbruder.