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Lebensbeschreibungen für junge Leser

Die Biographie als Gattung der Jugendliteratur – am Beispiel von Frauenbiographien

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Dorothee Hesse-Hoerstrup

Das zeitgenössische biographische Jugendbuch steht in einer literarischen Tradition, die sich nicht allein in der Auswahl der historischen Persönlichkeiten, sondern auch in Inhalt und Form ihrer Lebensgeschichten manifestiert. Während es in früheren Lebensbildern darum ging, jugendlichen Rezipienten via einzigartigen Heldentaten nachahmenswerte Vorbilder zu präsentieren, gibt es seit Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts zahlreiche Beispiele, in denen differenziertere Vorstellungen über Vorbildfiguren und -funktionen entwickelt werden. Hier läßt sich ein Paradigmenwechsel aufzeigen, der zu einem inhaltlichen wie strukturellen Wandel der Gattung führte. Basierend auf einem weniger pädagogisch ausgerichteten Vorbildgedanken veränderten sich die Vorstellungen, einerseits über «biographiewürdige» Persönlichkeiten, andererseits über die Darstellungsmöglichkeiten eines gelebten Lebens. Die zeitgenössischen Lebensdarstellungen über Frauen gelten als Paradigma dieser Entwicklung. Sie wurden auf der Basis aktueller literatur- und geschichtswissenschaftlicher sowie -didaktischer Forschungsergebnisse detailliert untersucht und reflektieren das moderne Gattungsverständnis von Biographie als Fiktion eines vergangenen Lebens.
Aus dem Inhalt: Die Biographie im Spiegel der aktuellen Biographieforschung – Biographische Moden und Funktionen: Die historische Entwicklung der biographischen Jugendliteratur seit der Aufklärung – Lebenslaufliteratur über Frauen als Paradigma des zeitgenössischen biographischen Jugendbuches – Wesenszüge biographischer Jugendliteratur – Darstellungstechnische Aspekte der modernen Montagebiographie – Funktionen biographischer Jugendliteratur.