Show Less
Restricted access

«Faust» in der Tradition der Moderne

Studien zur Variation eines Themas bei Paul Valéry,- Michel de Ghelderode, Michel Butor und Edoardo Sanguineti- mit einem Prolog zur Thematologie

Series:

Ludger Scherer

Die Arbeit beschäftigt sich mit ausgewählten Faust-Texten der französischen und italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Dabei geraten auch grundsätzliche Fragestellungen der Thematologie in den Blick. Als außerordentlich bekanntes Thema steht Faust für die Ambivalenz einer reichen künstlerischen Tradition: Jedes neue Werk muß sich mit den kanonischen Vorgängern, insbesondere Goethes Faust, auseinandersetzen. Gleichzeitig ist jeder Leser bereits von der vorgängigen Lektüre beeinflußt. Die hier unter den Gesichtspunkten Zeit, Raum, Bewußtsein und Interaktion analysierten Texte von Valéry, Ghelderode, Butor und Sanguineti zeichnen sich durch einen spielerischen, produktiven Umgang mit der Faust-Tradition aus. Sie zitieren das Thema, so wie der illustre Schwarzkünstler den Teufel zitierte, um ihn in Dienst zu nehmen. Die Last der Tradition verwandelt sich also am Ausgang der Moderne in die Lust der Intertextualität.
Aus dem Inhalt: Grundfragen der Thematologie – Überblick und ausführliche intermediale Chronologie zum Faust-Thema – Untersuchung ausgewählter Texte des 20. Jahrhunderts, die sich produktiv mit der Faust-Tradition auseinandersetzen – Gesichtspunkte von Zeit, Raum, Bewußtsein und Interaktion – Werke von Valéry, Ghelderode, Butor und Sanguineti – Intertextuelle Perspektive.